Über dem Eingang und im Traufseitfries wird das Jahr 1598 als Baujahr genannt. Man muss jedoch davon ausgehen, dass ein gotischer Vorgängerbau umgebaut wurde und die heutige Form mit dem Renaissance-Portal in diesem Jahr entstand. Der Anbau mit dem ehemaligen Festsaal wurde um 1500 errichtet. Im Sandsteinfries unter dem Giebeldreieck befindet sich die folgende, von Luther übersetzte lateinische Inschrift: „Es heilete sie weder Kraut noch Pflaster, sondern dein Wort, Herr, welches alles heilet.”

Das Renaissance-Portal ist halbplastisch, zweigeschossig und besteht aus Schriftfeld, Fries mit Stadtwappen, Architrav, Rundbogen mit Zwickelfeldern und links und rechts des Eingangs zwei Hermen-Figuren. Unten befinden sich zwei Kartuschen auf den Sockelsteinen. Es ist ein für die Apotheke geschaffenes Portal, das darauf hinweist, da zwei Figuren je ein Apothekengefäß tragen. Die beiden für den Apotheker wichtigen Sinne sind durch die beiden Frauen mit den Tieren symbolisiert: Die linke steht für Geruch (Olfaktus), die rechte für Geschmack (Gustus).

Die Übersetzung des Epigramms im oberen Abschluss des Portals:
Nach dem Beschlusse des Rates,unter Bürgermeister von Dassel, wurde vom eigenen Geld die Apotheke hier gebaut. Kräuter und Säfte gibts hier und vielerlei Medikamente, welche Hippokrates schätzt, auch Paracelsus empfiehlt. Aber auf Büchsen und Döschen des Lebens Hoffnung zu gründen, wäre ein Trug, unser Heil steht bei dem Höchsten, bei Gott. Darum, Christus, sei gnädig, gib wirkende Kräfte den Stoffen, daß es die Medizin merke, woher ihre Macht.
12 comments
Jaap van 't Veen said:
Interesting series and note.
Ernst Doro said:
Holger Hagen replied to Ernst Doro:
William Sutherland said:
Admired in: www.ipernity.com/group/tolerance
Ernst Doro replied to Holger Hagen:
Pam J said:
WONDERFUL SERIES !
J.Garcia said:
Jean-louis Thiaudier… said:
*Уαɾα said:
The epigram at the top of the portal is thought-provoking in times like ours.
Kayleigh said:
James said:
Valeriane ♫ ♫ ♫¨* said: