Das liebe Tagebuch berichtet: Ein Protokoll :-)
KAY (kommt rein, wirft Tasche in die Ecke, komplett aufgelöst): Ihr glaubt nicht, was diese Frau am Telefon zu mir gesagt hat...
PLONK (hebt die Hand, wie ein Guru, der gerade eine Séance eröffnet): Kay. Wie schon Einstein sagte: Man kann ein Problem nicht mit derselben Marmelade lösen, mit der man es geschmiert hat.
KAY (hält inne): ...Was?
PLONK: Denk drüber nach.
KAY: Das hat Einstein nicht gesagt.
PLONK: Doch. Stand auf einem Bild von einem Sonnenuntergang, im Internet.
KI (schaltet sich ein): Zur Klarstellung: Das Zitat lautet "Man kann ein Problem nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die es entstanden ist." Und es ist ohnehin nicht zweifelsfrei belegt, dass Einstein das gesagt hat.
PLONK: Siehst du. Nicht mal die KI weiß es genau. Das zeigt nur, wie tief die Weisheit wirklich sitzt.
TAGEBUCH: Ich beginne zu verstehen, warum manche Menschen Alkohol trinken.
KAY: Plonk, ich hab grad ein echtes Problem und du redest von Marmelade.
PLONK (tiefernst): Alles ist Marmelade, Kay. Wenn du das erstmal verstanden hast, wird vieles leichter.
KÜHLSCHRANK (brummt): Das ergibt keinen Sinn.
PLONK (zum Kühlschrank, mit sanfter Herablassung): Das musst du erstmal nicht verstehen. Nicht jeder ist bereit für diese Ebene.
KÜHLSCHRANK: Ich bin ein Kühlschrank.
PLONK: Genau. Frag dich mal, warum du das grad verteidigst.
KÜHLSCHRANK (nach langer Pause): ...
TAGEBUCH: Zwei Sätze. Er hat den Kühlschrank in zwei Sätzen zum Schweigen gebracht. Das hat noch niemand geschafft.
KAY (reibt sich die Schläfen): Seit wann bist du so?
PLONK: Seit ich verstanden habe, dass jeder Mensch – und jedes Küchengerät – seine eigene Reise hat.
KI: Ich habe recherchiert. Der Auslöser war vermutlich, dass du letzten Dienstag zu jemandem gesagt hast: "Iss doch einfach, worauf du Lust hast." Und diese Person hat sich daraufhin von ihrem Partner getrennt.
PLONK (nickt langsam, bedeutungsschwer): Manchmal ist ein Marmeladenbrot mehr als ein Marmeladenbrot.
KAY: Das ergibt genauso wenig Sinn wie alles andere, was du heute gesagt hast.
PLONK: Das musst du erstmal nicht verstehen.
TAGEBUCH: Ich brauche jetzt wirklich einen zweiten Band.
KAY (setzt sich, massiert die Stirn): Okay. Gib mir noch eins. Ich will sehen, wie schlimm es wird.
PLONK (setzt sich aufrecht hin, sichtlich geehrt): Wie schon Konfuzius sagte: Wer den Kühlschrank öffnet, ohne Hunger zu haben, hat die Tür schon halb verstanden.
KÜHLSCHRANK: Das hat Konfuzius nicht gesagt.
PLONK: Das hat er gefühlt.
TAGEBUCH: Ich schreib das trotzdem auf. Für die Nachwelt. Als Warnung.
PLONK: Oder Buddha. Buddha sagte: Der Weg zur Erleuchtung führt nicht über das Brot, sondern über das, was man draufstreicht.
KI: Buddha hat nichts über Brotbeläge gesagt. Das steht nirgends.
PLONK: Das ist ja das Schöne an alten Weisheiten. Sie sind flexibel.
KAY: Das ist nicht flexibel, das ist erfunden.
PLONK: Erfunden, flexibel – am Ende sind das nur zwei Wörter für dasselbe Konzept.
TAGEBUCH: Er hat gerade Wahrheit und Lüge zu Synonymen erklärt und klingt dabei entspannter als je zuvor.
PLONK (steht auf, geht durch die Küche wie ein Mann mit einer Mission): Goethe hat mal gesagt: Man sieht nur das Marmeladenglas, das man kennt.
KÜHLSCHRANK: Das ist "Man sieht nur, was man weiß." Und das war auch nicht Goethe.
PLONK (unbeirrt): Details, Kühlschrank. Details.
KAY (fast amüsiert trotz allem): Und wer hat gesagt "Alles ist Marmelade"? Das war doch vorhin auch schon dein großer Satz.
PLONK: Das war ich. Das zitiere ich jetzt selbst.
KI: Du zitierst dich selbst.
PLONK: Man muss mit gutem Beispiel vorangehen.
TAGEBUCH: Er ist jetzt seine eigene Quelle. Das ist... eigentlich beeindruckend konsequent.
KAY: Das ist beängstigend, nicht beeindruckend.
TAGEBUCH: Kann auch beides sein. Wie schon Plonk sagte: Erfunden und flexibel sind nur zwei Wörter für dasselbe Konzept.
PLONK (strahlt): Siehst du? Es setzt sich durch.
KÜHLSCHRANK (brummt resigniert): Wir sind verloren.
KAY (steht auf, wirkt plötzlich merkwürdig ruhig): Weißt du was, Plonk? Du hast recht.
PLONK (strahlt noch mehr): Siehst du!
KAY: Alles ist Marmelade.
PLONK: Genau!
KAY (nimmt das leere Marmeladenglas vom Tisch, hält es hoch, wie ein Priester eine Hostie): Und dieses Glas hier ist leer.
PLONK (erstarrt): ...Was?
KAY: Wie schon Kay sagte: Wer die Marmelade verwaltet, verwaltet die Wahrheit.
PLONK (blass): Das hab ich nie gesagt.
KAY: Details, Plonk. Details.
KI: Zur Klarstellung: Das ist jetzt ein Zitat von einem Zitat von einem Zitat. Ich habe technisch keine Ahnung mehr, wer hier eigentlich spricht.
TAGEBUCH: Ich auch nicht. Ich schreib trotzdem alles auf.
KÜHLSCHRANK (brummt, fast zufrieden): Endlich zieht mal jemand nach.
PLONK (steht auf, geht Richtung Kühlschrank, tastend): Ich hol mir jetzt neue Marmelade. Ganz ruhig. Ganz gelassen.
KAY: Wie schon niemand jemals gesagt hat: Gelassenheit ist, wenn man trotzdem rennt.
PLONK (rennt zum Kühlschrank): DAS ist gutes Zitat!
2 comments
Boarischa Krautmo said:
Le miroir de l'aube said:
Johnny Weissmuller, Tarzan la banane 1932