Das Leanderzimmer im Schweriner Schloss ist ein rundes Turmkabinett aus der Zeit des romantischen Historismus (1845–1857). In der Mitte des Raums stand einst eine Plastik des antiken Liebespaares Hera und Leander. Vermutlich im Jahr 1918 verschwand die Plastik aus dem Leanderzimmer, sodass nur der Sockel im Schloss zurückblieb. Die Umstände des Verschwindens sind nicht bekannt. Das Leanderzimmer wurde später mit der Ruhenden Paolina Bonaparte Borghese als Venus geschmückt.

Blick in das Leanderzimmer, in dessen Mitte die Doppelfigur in einem Zimmerbrunnen stand. (Foto: Repro Schlossverein)
Als Friedrich Franz II. 1844 Rom besuchte, sah er Steinhäusers Figurengruppe "Hero und Leander". Das Ganze ausgeführt in Marmor und im klassischen Stil, der 21-jährige Großherzog war hingerissen. "Herrlich schön", notierte er, kaufte das Paar aber nicht. Sein Onkel Friedrich Wilhelm IV. von Preußen kaufte es stattdessen. Zwei Jahre später stand der Großherzog in Berlin erneut vor dem Paar. Weil Steinhäuser inzwischen eine zweite Version geschaffen hatte, fand es den Weg nach Mecklenburg. Etwas kleiner als die Figuren in Preußen, aber Friedrich Franz II. war ja kein König.
commons.wikimedia.org/wiki/File:1850_Steinh%C3%A4user,_Hero_und_Leander.jpg
Nun entstehen die beiden mithilfe eines 3D-Druckers und Polymer-Marmors neu.
Die Doppelfigur im Schloss Charlottenburg in Berlin bildet die Vorlage für das Schweriner Projekt.
6 comments
Jaap van 't Veen said:
Thank you for the interesting info.
Jocelyne Villoing said:
William Sutherland said:
Admired in: www.ipernity.com/group/tolerance
Christa1004 said:
Mikus said:
Pam J said:
BEAUTIFUL