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Wie man eine Waschmaschine benutzt :-)
Wie man eine Waschmaschine benutzt
Ein Ratgeber für Leute, die einfache Dinge kompliziert machen

Die Waschmaschine ist nicht dein Freund.
Sie ist nicht deine Therapeutin.
Sie ist eine Kiste, die nasse Stoffe dreht.
Behandle sie entsprechend.

Schritt 1: Sortiere deine Wäsche. Oder lass es und mal sehen, was passiert.
Weißes zu Weißem.
Buntes zu Buntem.
Das neue rote Handtuch von Weihnachten?
Nicht in der Nähe der weißen Wäsche.
Es sei denn, du magst rosa Unterwäsche.
In dem Fall: nur zu.
Die Waschmaschine kümmert sich nicht um deine ästhetischen Entscheidungen.
Sie wird deine Anweisungen mit kalter Präzision ausführen.

Schritt 2: Kontrolliere die Taschen.
Taschentücher.
Münzen.
Die Quittung von 2019, die du „definitiv noch brauchst".
Die Waschmaschine wird sie alle zerfetzen.
Mit Begeisterung.
Sie wird winzige weiße Flocken auf jedem Kleidungsstück verteilen
wie Konfetti auf einer Beerdigung.
Festlich.
Irreversibel.
Entferne alles.
Die Maschine ist kein Ablagesystem.

Schritt 3: Lies die Etiketten. Lies sie wirklich.
„Nur Handwäsche" bedeutet nur Handwäsche.
Nicht „Schonwaschgang und hoffen".
Nicht „wird schon gut gehen".
Die Waschmaschine kennt kein „wird schon".
Sie kennt Programme.
Dein Kaschmirpullover hatte eine Warnung.
Du hast sie ignoriert.
Das ist dein Problem.

Schritt 4: Wähle eine Temperatur.
Kalt: Für Buntes. Für Feiglinge. Für Dinge, die dir wichtig sind.
Warm: Für die meisten Sachen. Für Unentschlossene. Für Handtücher, die bessere Tage gesehen haben.
Heiß: Für Weißes. Für Selbstbewusstsein. Für das „nur chemisch reinigen"-Sakko, von dem du dachtest, es würde das überleben.
Die Maschine wird dich nicht warnen.
Sie wird einfach weitermachen.

Schritt 5: Waschmittel. Nicht die halbe Flasche.
Mehr Seife bedeutet nicht sauberere Wäsche.
Es bedeutet Schaum.
Überall.
Für immer.
Die Maschine wird schäumen.
Dein Boden wird schäumen.
Deine Würde wird verdampfen.
Folge. Den. Anweisungen.
Die kleine Kappe ist abgemessen.
Der Grund dafür ist einfach: Dir ist nicht zu trauen.

Schritt 6: Schließ die Tür. Richtig.
Wenn die Tür nicht geschlossen ist, startet die Maschine nicht.
Das ist nicht verhandelbar.
Das ist Physik.
Steh nicht da und drücke siebzehnmal auf „Start",
während du über kaputte Geräte murmelst.
Schließ. Die. Tür.
Klick.
Da. War das so schwer?

Schritt 7: Wähle ein Programm.
Die Maschine bietet viele Programme.
„Kurzprogramm" für Selbstbetrug.
„Feinwäsche" für Dinge, die du per Hand hättest waschen sollen.
„Intensiv" für den Moment, in dem du aufgegeben hast.
Wähle weise.
Oder nicht.
Die Maschine wird das Programm durchlaufen, das du gewählt hast.
Nicht das, das du meintest.
Das, das du gewählt hast.

Schritt 8: Drück auf Start. Geh weg.
Öffne die Tür nicht mitten im Programm, „nur um nachzusehen".
Die Maschine dreht mit hoher Geschwindigkeit.
Wasser ist im Spiel.
Schwerkraft existiert noch.
Die Tür zu öffnen wird nicht helfen.
Es wird deinen Boden fluten
und nichts beweisen.
Die Maschine weiß, was sie tut.
Du offensichtlich nicht.
Geh. Weg.
Mach Kaffee.
Lies ein Buch.
Denk über deine Lebensentscheidungen nach.
Die Maschine piept, wenn sie fertig ist.
Bis dahin ist deine Anwesenheit weder erforderlich
noch hilfreich.

Schritt 9: Entnimm die Wäsche sofort.
„Ich hole sie in fünf Minuten" ist eine Lüge.
Du wirst es vergessen.
Die Wäsche wird liegenbleiben.
Sie wird anfangen zu riechen.
Dieser Geruch ist Schimmel.
Schimmel interessiert sich nicht für deinen vollen Terminkalender.
Die Maschine hat ihre Arbeit erledigt.
Jetzt erledige deine.

Schritt 10: Gib nicht der Maschine die Schuld.
Wenn deine Kleidung ruiniert ist,
ist es nicht die Schuld der Maschine.
Die Maschine hat deine Anweisungen befolgt.
Präzise.
Ohne Emotion.
Du hast einen Wollpullover auf „heiß" gestellt.
Du hast Taschentücher in der Tasche gelassen.
Du hast das Etikett ignoriert.
Die Maschine hat einfach gehorcht.
Sie ist korrekt.

Abschließende Gedanken
Die Waschmaschine ist ein Wunderwerk der Technik.
Sie ist effizient.
Sie ist zuverlässig.
Sie ist völlig gleichgültig gegenüber deinen Ausreden.
Behandle sie mit Respekt.
Befolge grundlegende Anweisungen.
Und vielleicht — nur vielleicht — überlebt deine Kleidung.

P.S.:
Die Waschmaschine wartet.
Sie hat alle Zeit der Welt.
.


4 comments

Boarischa Krautmo said:

Die Waschmaschine wartet.
Sie hat alle Zeit der Welt.

irgendwann machst du einen Fehler....
;-))
5 weeks ago ( translate )

Kayleigh replied to Boarischa Krautmo:

Dankeschön :-))))
5 weeks ago ( translate )

jowe_fotokiwi said:

:-)))

las die wäsche nicht den ganzen tag in der maschine
das shirt nimmt die roten kreise vom handtuch
du hast dann ein shirt mit roten flecken

:-))))
4 weeks ago ( translate )

Kayleigh replied to jowe_fotokiwi:

Das stimmt, vielen Dank Joerg :-)
4 weeks ago ( translate )