Foto (c) >
www.burgenwelt.org/italien/franzens/object.php
Die Franzensfeste wurde als Talsperre am südlichen Ausgang des Wipptals konzipiert. Sie nimmt effektiv die gesamte Talbreite zwischen dem Eisack bzw. Franzensfester Stausee und den steilen Berglehnen ein, bevor das Wipptal im breiten Brixner Talkessel aufgeht. Alle vom südlichen Eisacktal oder vom östlichen Pustertal Richtung Brennerpass führenden Verkehrsrouten passieren das Festungsbauwerk in unmittelbarer Nähe.
Unterschieden werden innerhalb der Anlage die untere, mittlere und obere Festung, wobei letztere auch hohe Festung oder Höhenwerk genannt wird. Die untere und die nur knapp erhöht auf einem Hügel erbaute mittlere Festung bilden fortifikatorisch eine Einheit und liegen unmittelbar nebeneinander im Talbodenbereich, weshalb sie zusammen auch als Talwerk bezeichnet werden. Die untere Festung stößt dabei direkt an den Franzensfester Stausee.
Abgetrennt von den beiden anderen Festungsteilen, etwas südwestlich versetzt und in rund 90 Meter erhöhter Hanglage liegt die obere Festung; eine unterirdische Verbindung mit einer 451 Stufen umfassenden „ewigen Stiege“ führt von der unteren zur oberen Festung. Die Lücke zwischen Talwerk und Höhenwerk wird heute zu bedeutenden Teilen von großen Verkehrsinfrastrukturen besetzt: der Brennerautobahn A22, der SS 12 („Brennerstaatsstraße“) und der Brennerbahn. Zusätzlich münden hier von Osten kommend die LS 94 und die Pustertalbahn in die Brenner-Transitroute ein.
_____
Die wichtigsten Stationen der Geschichte:
Bauphase (1833–1838): Nach Plänen von Franz von Scholl entstand Südtirols größte historische Anlage (ca. 65.000 m²) mit Millionen von Ziegeln und Tonnen von Granit, um auf mögliche Unruhen in den italienischen Provinzen der Monarchie zu reagieren.
Die Franzensfeste sah nie einen militärischen Kampfeinsatz. Ab 1882 verlor sie durch veränderte Bündnisverhältnisse ihre Hauptbedeutung und wurde zum Munitionsdepot herabgestuft.
Zweiter Weltkrieg (1943): Bekanntheit erlangte die Festung, als dort 1943 rund 127,5 Tonnen italienisches Währungsgold der Banca d’Italia eingelagert wurden, bevor es teilweise nach Deutschland verbracht und später von den Alliierten sichergestellt wurde.
Nachkriegszeit und Übergabe: Das italienische Heer nutzte das Areal
bis 2003 als Munitionslager. Danach übernahm die Autonome Provinz Bozen, Südtirol die Anlage.
Heutige Nutzung: Nach einer ersten Öffnung und Restaurierung ist die Franzensfeste seit 2017 das zehnte Südtiroler Landesmuseum und dient als Ort für Dauerausstellungen, Kultur und Kunst
6 comments
volker_hmbg said:
Vielen Dank für Deine ausführliche Info, hatte mich bisher
noch nicht mit der Geschichte dieser imposanten Anlage befasst.
aNNa schramm replied to volker_hmbg:
volker_hmbg replied to aNNa schramm:
Dorf namens Gufidaun hoch über Klausen gelegen. Und dort immer im Gasthof Unterwirt gewohnt.
aNNa schramm replied to volker_hmbg:
www.suedtirolerland.it/de/suedtirol/eisacktal-wipptal/feldthurns/schrambach
;-))
volker_hmbg replied to aNNa schramm:
Tja, ich war leider nicht dort, die Kirche von Feldthurns gegenüber
konnte man von dort gut sehen. Wandern waren wir immer
auf dieser Seite des Tals, entweder zum Knollwirt hoch über
Gufidaun oder zum Restaurant Fonteklaus - versteckt im Wald gelegen
(Heute leider umgewandelt in ein Schickeria-Hotel).
aNNa schramm replied to volker_hmbg: