Die verschiedenen Aspekte sind sehr gut dargestellt in: lichterderwelt.de/belichtungszeit
Die Faustregel 1/f s ist als grober Anhaltspunkt besser als nichts.
Zu der „Faustregel gegen Verwacklungsunschärfe“ hab ich Ergänzungen zur Verdeutlichung.
- Gilt nur für die Bewegung der Kamera/Hand, eigentlich nur relevant bei statischen Motiven – nicht gegen die Bewegungsunschärfe des Motiv. Wer eine ruhige Hand hat oder sich abstützen kann, kann eine längere Zeit wählen – wer eine zittrigere Hand hat oder bei Wind fotografiert, sollte die Zeit verkürzen.
- Je höher Pixeldichte (richtiger Senseldichte) auf dem Sensor, je kürzer die Zeit. Durch die höhere Auflösung des Sensor wird die Bewegungsunschärfe eher sichtbar – ein Nachteil von vielen Mega-Pixeln. Wer das nicht glaubt, frag mal einen Profi-Fotografen nach der Umstellung auf eine 50 oder 60 MP Kamera.
- Die Entfernung zum Motiv, je näher dran, je kürzer die Zeit. Ist besonders bei Nahaufnahmen daran zu denken und bei Makro braucht man schon sehr viel kürzere Zeiten.
Nein, ich laufe nicht mit der Excel-Tabelle und Maßband durch die Gegend und berechne die richtige Zeit – es geht mehr darum ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Der Übergang zwischen scharf und verwackelt ist fließend. Die Faustregel ist deswegen nicht schlecht, man sollte aber wissen in welche Richtung man sie anpassen sollte.
Gerade Anfänger wollen die richtig Kamera-Einstellung, wer sich dann starr an die Faustregel hält wird mit ihr nicht glücklich – hat trotzdem unscharfe Bilder oder verschenkt Qualität durch unnötig hohe ISO.
Wer die Schärfe nach der Aufnahme kontrolliert, kann mit der Regel besser beurteilen ob es an der Zeit liegt und sie ggf. anpassen.
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